Brexit

Brexit-Termin: Betriebsbesuch in Neunkirchen


Der 29.03.2019 sollte ein historischer Tag werden, ginge es nach Theresa May. Die britische Premierministerin hatte dieses Datum für den Austritt aus der Europäischen Union vorgesehen – für den Brexit.

Doch es kam anders, als gedacht. Ein monatelanges Tauziehen ohne Entscheidungen stürzte Großbritannien ins “Brexit-Chaos”. Und das spürt man auch in Neunkirchen.

Brexit – Auswirkungen auf Neunkirchen

Wer denkt, dass der Brexit ausschließlich ein Thema der großen Politik oder der Briten ist, irrt. Unternehmen in ganz Österreich müssen vorbauen und für viele Eventualitäten gewappnet sein. Denn derzeit ist nur eines sicher: Es gibt keine klare Aussage der Briten, wie es tatsächlich weiter gehen soll.

Auch auf Neunkirchen hat der EU-Austritt Großbritanniens Auswirkungen, wie ein Betriebsbesuch zeigt. Bürgermeister Herbert Osterbauer, Wirtschaftsstadtrat Armin Zwazl und Europa-Kandidat Michael Stellwag besuchten die Tritec Handels-GmbH. Das Unternehmen ist Importeur und Distributor für Signal-, Warn- und Lichttechnik für Einsatz-, Sonder- und Nutzfahrzeuge. Dabei liegt die Exportquote bei circa 15% (Schweiz und Deutschland).

Firma meistert die unkomfortable Situation

Wesentliche Teile des Produktportfolios stammen aus Großbritannien. „Der Brexit beeinflusst nicht nur Großkonzerne, sondern auch Klein- und Mittelbetriebe. So hatten wir beschlossen, unser Lagerwesen für eine gewisse Übergangszeit anzupassen. Weitere Konsequenzen werden wir je nach Intensität der kommenden Herausforderungen ziehen.

Unsere vorrangige Aufgabe ist es hier, jegliche Probleme von unseren Kunden fernzuhalten. Wir haben auch 26-jährige Erfahrung im Import aus Nicht-EU-Ländern“. So bewertet Herbert Pehofer die aktuelle Situation als unkomfortabel, aber dennoch absolut beherrschbar.

Der Brexit gefährdet die Wirtschaftsordnung

Wirtschaftsordnung in Gefahr

„Mittelfristig steht für mich die bewährte Weltwirtschaftsordnung, nicht nur durch den Brexit, sondern auch durch die protektionistische Politik Trumps in den USA, auf dem Prüfstand. Als wirtschaftlich lachender Dritter könnte sich der Ferne Osten erweisen. Deshalb sehe ich auch aus meiner Position ein wirtschaftlich starkes und geeintes Europa als unabdinglich. Deshalb kann ich Michael Stellwags Engagement und Forderungen nur unterstützen“

Bürgermeister Osterbauer meint dazu: „Ein Dutzend Menschen arbeitet hier. Der Brexit ist ein Lehrbeispiel, wie sich ein nur scheinbar weit entfernter Populismus selbst auf heimische Unternehmen auswirken kann.“

Brexit löst kein Problem, sondern schafft neue

Europawahl-Kandidat Stellwag ergänzt: „An dem Beispiel merken wir: Der Brexit löst kein Problem, sondern schafft neue. Ein funktionierender EU-Binnenmarkt ist die Voraussetzung für Wohlstand in der Region. Sechs von zehn Euro werden durch Außenhandel erwirtschaftet, so wie bei Firma Tritec, Dafür setze ich mich ein: ein stabiles und sicheres Europa. Denn das schafft und sichert Arbeitsplätze bei uns!“

Stadtrat Zwazl: „Die Firma Tritec ist starker Partner in der Gemeinde. Der Betriebsbesuch hat uns gezeigt: Wir leben in einer vernetzten Welt, und deshalb darf uns nicht egal sein, in welche Richtung Europa abbiegt. Denn das hat einen unmittelbaren Einfluss auf uns. Neunkirchen braucht Engagement für wirtschaftliche Stabilität, deshalb unterstütze ich Michael Stellwag“

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